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Autor Thema: Die ultimative Hinterachse für jeden F-Body  (Gelesen 7112 mal)

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Trans-Am

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Hallo zusammen,

Hier nun mal die Anleitung, wie man die wohl stabilste GM Hinterachse noch deutlich besser machen kann.
Mag zwar sein, daß dies nicht unbedingt was für jedermann ist, und die entsprechenden Achsen nur standartmäßig in der ersten bzw. frühen zweiten Generation, vor allem zusammen mit großen Motoren verbaut wurden, aber jeder der seinen F-body ernsthaft aufmotzt, und eine auch dauerhaft standfeste Hinterachse will, wird hierran kaum vorbei kommen.

Zunächst mal zur vorgeschichte:
Nachdem ich 2 standart 3rd Gen. Hinterachsen durch brachiale Motorleistung zerstört hatte muste etwas stabieleres her. Eines schönen Tages bekam ich eine 12-Bolt Hinterachse aus nem 71er Camaro angeboten, die zwar schön stabiel war, dafür aber diverse Schönheitsfehler hatte.
Zunächst waren da mal diese  C-clips, die nicht grade für ihre Zuverlässigkeit bekannt sind, dann hatte die Achse Trommelbremsen, war deutlich zu breit und zu guter letzt waren die Aufhängungen für Blattfedern konzipiert.
Also War die Achse zunächst mal nicht zu verwenden.
Etwa zur gleichen Zeit zog ich aus einem Schlachtfahzeug ne noch wuchtigere Hinterachse, die aber keine Sperre hatte, und für die auch sonst keinerlei Teile zu bekommen waren.
Wie es der Zufall ergab, hatten die Steckachsen die gleiche Verzahnung wie die der Camaro-C-clip-Achse, waren dafür aber etwas kürzer und ohne die lästigen C-clips.

Also hab ich die Camaro Achse erst mal komplett zerlegt, die vorhandenen Gehäuseenden nebst Radlager abgeflext und auch gleich die ankerplatten für die Blattfedern entfernt.
Übrig blieben lediglich das Gußgehäse inder mitte mit je einem 3? Rohr links und rechts raus.

Die Beiden Steckachsen aus dem Schlachtwagen hab ich dann auf ner Drehbank soweit wie möglich gekürzt, und dann aus Vollmaterial 2 neue Gehäuseenden gedreht, deren eines Ende auf das 3? Rohr der Camaroachse passte, und das andere Ende die auf den Steckachsen aufgeschrupften Radlager aufnehmen konnten.

Nadem alles passend aussah, wurden die neuen Gehäuseenden angeschweißt, und Differential und Steckachsen montiert.
Danach wurden noch halter für Federn, Stoßdämpfer, Panhardstab, Schubstreben und Toquearm angefertigt, an der Achse angeschweißt und die Ankerplatten der Bremssättel auf die neun Achsenden und die Bremsscheiben, die übrigens ursprünglich von einem Lincoln Mark V stammen, angepasst.
Das ganze wanderte dann in meinen 82er Trans Am. Ach ja, die Kardanwelle wurde auch vom 71er Camaro übernommen, bis auf den Getriebezapfen, der mußte weichen, da der Camaro ursprünglich ein TH400 hatte, was nen wesentlich größeren Zapfen hatte.
Daß dürfte inzwischen aber nun auch schon gut alles ca. 7 - 8 Jahre her sein.

Da mein Auto ja bekanntlich auch ne dauerbaustelle ist, hat sich im laufe der Jahre an dieser Hinterachse aber auch wieder einiges geändert.
So hat sich z.b. eine der ursprünglichen Radlager zerlegt, die noch die von den alten Steckachsen aus dem Schlachtfahrzeug waren, (war übrigens ein 67er oder 68er Buick Riviera, nur da sich in diesem ein 455er Oldsmobile Motor befand, bin ich mir nicht sicher ob die Achse da original drinn war oder nicht).
Also Wurden die Radlager zunächst mal gegen neue getauscht.
Nach und nach wurde immer mehr umgebaut. So hab ich z.B. den Panhardstab irgenwann gegen eine Diagonalstrebe getauscht, und dem ganzen Wagen ein Gewindefahrwerk verpasst, was die entsprechenden Halter an der Hinterachse überflüssig machte.
Auch die Ankerbleche für die Bremsen flogen irgendwann raus und wurden durch Aluwinkel und Porsche Boxter Zangen ersetzt.

Ein Weiteres Upgrade kam mit einem hinteren Herb Adams Stabilisator, mit sattem 1? Durchmesser.
Da dieser Stabi recht schwer ist, und ja bei der 3rd Gen. Fast der gesammte Stabi an der der Hinterachse hängt, also ungefedert ist, hab ich mir auch hier was besseres einfallen lassen.
Der Stabilisator hängt nun nicht mehr an der Hinterachse, sonder an 2 eigens angefertigten haltern direkt am hinteren Rahmen, und nur noch die Stabi-enden sind mit der Achse verbunden.

Irgendwann Stolperte ich dann noch über diese straßenzugelassenen Rennreifen, Yokohame A032R, die einen echt unglaublichen Gripp haben, und schon fing das Material wieder an zu leiden.
In kürzester Zeit wahren die neuen Radlager wieder im Eimer, da diese abe schon seinerzeit gut über 200 DM/stück kosteten, und ich befürchtete, daß sie nicht lange halten würden, muste definitiv was besseres her.

 Im SKF Katalog wurde ich dann schlißlich fündig: Doppel Schrägkugellager, sie können neben radialen auch hohe axiale kräfte aufnehmen und haben ne dynamische Traglast von gut 4-½ Tonnen je Lager.
Einziger Haken, die Lager sind metrisch, die Wellen aber nicht.
Nach kurzer überlegung beschloss ich die fehlenden 0,7mm auf die Wellen aufzuschweißen, und dann auf das passende Maß zu drehen.
Gleiches geschah mit den Gehäuseenden, die extra für diese Aktion noch einmal von der Achse mittels Flex runtergeschnitten wurden und nach dem bearbeiten wieder angeschweist wurden.

Diese Kombination hat nun eigentlich einige Jahre sehr gut gehalten, trotz merfacher Leistungssteigerung und immer höheren Kurvengeschwindigkeiten.
Einzige wesentliche Panne seither: Die Linke Antriebswelle hat 2 mal versucht aus dem Radlager raus zu maschieren, da diese Verbindung nur gepresst ist. Daß hab ich dann aber durch einen Schweißpunkt für die Zukunft unterbunden.



 
Irgenwann für die Zukunft war mal geplant, die noch aus den 60ern stammenden Steckachsen, die auch alles andere als von einer guten Qualität waren duch was richtig gutes aus dem Rennsport zu ersetzen, aber wegen fehlender Zeit oder Finanzen hab ich das immer vor mir hergeschoben (schon seit mehreren Jahren)..... bis es jetzt im Dezember 2004 endlich soweit war.

Auf dem weg zu Heikos Gebutstag, es sollte die letzte ausfaht des Jahres mit dem Tran Am werden, gab es währen eins Überholmanövers plötzlich einen Knall, das Heck würde etwas instabil und es traten heftige Vibrationen auf.
Ich bremste den Wagen herunter und brachte ihn auf dem neben der Straße befindlichen Radweg zum stehen.
Ein kurzer blick von außen, eindeutig Bruch, das linke Hinterrad stand irgendwie deutlich schief da.
An dieser stelle möchte ich nochmal erwähnen, ich liebe meine ADAC Plus Mitgliedschaft.
Kurzer Anruf, und der Wagen wurde abgeholt und zu meiner Werstatt gebracht.
Heiko hat uns dann freundlicherweise noch abgeholt, und Alex hat uns am nächsten Tag heim gefahren :D


Etwa ne Woche später ist mein Wagen dann bei meiner Werstatt aufgeschlagen, und ich konnte den Schaden endlich begutachten. Glücklicherweise, aber auch bedingt durch die recht fortschrittliche Technik ist außer der linken Antribswelle nichts an der Achse oder dem Auto in Mitleidenschaft gezogen worden, und ich brauchte also nur ein paar neue Achsen zu bestellen, was ich ja eigentlich eh schon seit geraumer Zeit vorhatte.

Hier ein paar Bilder vom Bruch!






Warum die Achse gebrochen ist?
Zum einen war es sicherlich nicht das tollste Material, mit sehr wenig liebe verarbeitet, starke Umwucht, und nicht zuletzt die Aufschweißaktion für die anderen Radlager haben das Material zusätzlich spröde gemacht.
Dazu noch die extremen Belastungen, durch Beschleuniguns und Slalomrennen, und das mit Reifen die etwa den gleichen Gripp haben wie Slicks.........
Dafür haben es die geschwächten Wellen doch recht lange ausgehalten.

Bilder von den alten Steckachsen.







Mit nem Zettel mit allen möglichen Maßen gings dann an den Rechner.
Zunächst kontaktierte ich die Firma Strange Enginiering, die eigentlich sehr geniale Steckachsen herstellen, aber schon nach einem kurzen Telefonat stellte sich heraus, daß sie eigentlich nur Steckachsen für Dragracing herstellen, und angst haben wenn man mit diesen Achsen um ne Kurve fährt der Flansch brechen könnte.
Da ich gesagt hatte daß ich das Auto aber auf der Straße fahre und auf auf Rundkursen und Slaloms wollten sie mir nichts verkaufen.
Nächste Anlaufstelle war Moser Enginiering, mit denen ich gut 20 e-mails hin und her geschrieben hab, mit dem ergebnis: Steckachsen ja, aber nur in verbindung mit nem C-clip eliminator-kit was ich ohnehin nicht brauchen kann, und obendrein noch diverse Maße die nicht wirklich gepasst hätten.

Endgültik fündig geworden bin ich dann bei Mark Williams. Die bieten speziell Steckachsen für Roadracing an, und dafür sogar noch verschiedene Ausführungen.
Ich hab mich für $100 mehr für das beste entschieden was es giebt: Eine wirkliche Top welle, mit 45mm Lagersitz und Sicherungsmutter, und obendrein noch 2 verschiedenen Lochkreisen, ca. 1,5cm kürzer als meine alten Achsen, einschraubbaren Stehbolzen etc.

Da diese Steckachsen nun doch deutlich anders waren als die alten, mußten neben neuen Radlagern auch neue Achsgehäuseenden etc. her.
Alex war so freundlich sie mir nach meinen Zeichnungen passgenau anzufertigen.



Nach gut 3 Wochen kahmen die neuen Steckachsen dan endlich per UPS aus den Staaten.

Hier ein paar Bilder von den neuen Steckachsen, dem Zubehör, und den alten im Vergleich:















Nachdem dann endich in der befreundeten Werstatt ne Hebebühne frei war konnte es endlich losgehen.
Zunächst hab ich mal die ?alten? Gehäuse-enden mittels Flex abgeschnitten.






Die neuen Gehäuse-enden die ich zuvor mitsamt der neuen Radlager auf die neuen Wellen aufgepresst hatte wurden nun an der Hinterachse ausgerichtet und Fixiert.



Nach entfernen von Steckachsen und Lagern hab ich die neuen Gehäuse-enden dann komplett verschweißt.



Da die Hinterachse sowiso schon weitestgehend zerlegt war, hab ich auch gleich noch die Reibscheiben der Differentialsperre erneuert, eingestellt und dabei ordentlich vorgespannt.










Nun, was hat sich duch den Umbau alles geändert:
Die Steckachsen sind wesentlich stabieler. Nicht nur besseres Material, ausgewuchtet, sondern auch komplett gefräste Verzahnung, ca. 6mm mehr Duchmesser, und das Radlager ist ein gute Stück dichter am Flansch, was die Belastung des Flansches bei Kurvenfahrt reduziert.
Da ich die Länge der Steckachsen frei wählen konnte, hab ich mich für ein etwas kürzeres Maß entschieden, um endlich die Hiterräder auch besser unter die Kotflügel zu bekommen, und so eine etwas dezentere Optik zu erhalten.



« Letzte Änderung: 07. Feb 05, 01:14 von Trans-Am »

Trans-Am

  • Gast
Re: Die ultimative Hinterachse für jeden F-Body
« Antwort #1 am: 07. Feb 05, 01:18 »



Der zweite Lochkreis ermöglicht es jetzt auch neben den bisher verwendeten Felgen mit 5? auch mal welche mit dem normalen 4-3/4? Lochkreis zu montieren.
Es werden jetzt ordentliche Simeringe verwendet, auch der Deckel wird nochmals mittels O-ring abgedichtet, somit sollten auch die verölten Bremsen der Vergangenkeit angehören.
Und obendrein sind die Radlager nun endlich duch die Sicherungsmuttern vernünftig gegen Verrutschen gesichert.

Leider ist der Umbau noch nicht ganz fertig.
Da die Simeringe eine sondergröße sind und ich momentan noch drauf warte.
Um sie einbauen zu können müssen die Radlager noch einmal ab-, und dann wieder aufgepresst werden.
Auch an den Gehäuse-enden muß noch ne Aussparung ran, so daß man die Radbolzen von dem einen auf den anderen Lochkreis umbauen kann, ohne dafür alles zerlegen zu müssen.
Die hinteren Bremsen sind momentan auch nur provisorisch montiert.





Da Das radlager nun dichter am Flansch sitzt, also auch tiefer unter der Bremsscheibe, mußten die bisherigen Haltewinkel mittels Unterlagscheiben um ca.9mm nach innen versetzt werden, aber eine endgültige Lösung ist bereits gezeichnet und in arbeit.

Hoffentlich wird alles bald fertig, in 4 Wochen ist das nächste Rennen, bzw. das erste der neuen Saison.
 


 
Roman

PS:
währe nett, wenn irgend jemand das mal duch die Rechtschreibprüfung rattern läst, bei mir funzt das grade nicht.
Danke.  8)


 :D :D :D :D
Ich schmeiß mich weg, erst der zweite Beitrag im neuen Forum, und schon das Forum gesprengt  :o
Offensichtlich war der Beitrag dan doch etwas lang  :D :D :D

dann halt jetzt in zwei teilen :D

Offline Firehawk

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Re: Die ultimative Hinterachse für jeden F-Body
« Antwort #2 am: 07. Feb 05, 14:57 »
Toller Beitrag, wenn es Dir nichts ausmacht würden wir diesen gerne in die Hauptseite mit übernehmen - es wäre zu schade wenn solche Beiträge irgendwann in den Tiefen des Forums versumpfen! Natürlich nur wenn Du damit einverstanden bist!
Persönlich finde ich diese Konzeption nur noch genial, keine C-Clips mehr, gesicherte Lager, hohe Materialstärke usw usw,  wäre doch auch mal was für mein Projekt!  ;D  Allerdings, hast Du ja erstmal genug Arbeit damit es überhaupt für mich fahrbar zu machen - und warum soll ich es hier schönreden, momentan fehlts mir leider am nötigen Kleingeld alles in Perfektion vollenden zu lassen!  :-\  Aber als nachträgliches Upgrade - werde ich dies sicherlich mal im Auge behalten!

Wenn die Motivation groß genug ist würde uns noch mehr solcher Beiträge sehr gefallen und wer Interesse hat sowas auch in Seinem Wagen zu verbauen, der sollte sich einfach mal mit Roman in Verbindung setzen, denn einen hilfsbereiteren Menschen mit einem solchen Potenial an Fachwissen werdet Ihr nirgendwo sonst finden!  Auch zum Thema TH 700 Rebuild und Verstärkung kann er Euch einiges erzählen! Für die Qualität Seiner Arbeit verbürge ich mich mit ruhigem Gewissen!

Euer Chris

PS: Wußtest Du das Herb Adams die legendären Fire Am´s baute mit denen Pontiac das erste mal die Daytona 24 gewann?   ;)
« Letzte Änderung: 07. Feb 05, 19:30 von MR.MSE »

 

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